Handelsverband: Brauchen Energiekostenzuschuss für den Handel, der 2023 mit Energie-Mehrkosten von 486 Mio Euro kämpfen wird

„Industriekostenzuschuss“ allein ist zu wenig. EU-weite Lösung für 2023 gefordert. Auch Neustart für umfassende Arbeitsmarktreform essenziell.

Die herausfordernde Situation am Energiemarkt und die höchste Inflationsrate seit 1952 (+11% im Oktober) fordern tausende österreichische Handelsbetriebe weiterhin massiv – auch wenn das Weihnachtsgeschäft zuletzt besser in Fahrt gekommen ist. Am dritten Adventsamstag wurde die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro erreicht, allerdings ist das auf Sicht ein Einmaleffekt. Mit ein paar guten Tagen kann man ein schwieriges Jahr kaum aufholen. 2022 ist gekennzeichnet von kundenseitiger Zurückhaltung und gleichzeitiger kostenseitiger Explosion. Wie sich die multiplen Krisen generell auf das Weihnachtsgeschäft 2022 auswirken und welche Prognose sich daraus für das Geschäftsjahr 2023 ableiten lässt, das präsentieren der Handelsverband (HV) und das WIFO gemeinsam im Rahmen einer Pressekonferenz am kommenden Freitag.

Einzelhandel kämpft 2023 mit Energie-Mehrkosten von halber Milliarde Euro

Fest steht: Mittlerweile verzeichnen zwei Drittel der heimischen Händler eine deutliche Verschlechterung ihrer Kapitalstruktur. Und: Im kommenden Jahr muss der Einzelhandel laut einer aktuellen Studie von EcoAustria im Auftrag des Handelsverbandes Energie-Mehrkosten von 486 Millionen Euro (im Vergleich mit 2021) stemmen. Vor diesem Hintergrund ortet der HV weiterhin dringenden Nachbesserungsbedarf beim Energiekostenzuschuss für Unternehmen.

Rainer Will Handelsverband

„Wir stehen in ständigem Austausch mit Spitzenvertreter:innen der Bundesregierung, damit ein weiterer Energiekostenzuschuss kommt, von dem auch der heimische Handel stärker profitiert. Konkret brauchen wir ein neues Modell für den Zeitraum Oktober 2022 bis Februar 2023, bei dem von den beihilferechtlichen Möglichkeiten der EU auch national im Vollumfang Gebrauch gemacht wird. Das ist unser größter Wunsch ans politische Christkind“, bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Scheitern der Arbeitsmarktreform ist nicht akzeptabel

Darüber hinaus setzt sich der HV weiterhin vehement für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen bzgl. der (abgesagten) Arbeitsmarktreform ein. „Der dringende Umsetzungsbedarf der Reform zeigt sich mittlerweile in jedem Betrieb. Es gilt, eine ‚Generation geringfügig‘ zu vermeiden und dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken – indem es sich nicht mehr rentiert, fortwährend nach kurzen Anstellungen in die Arbeitslose zu gehen und nebenbei geringfügig zu arbeiten, anstatt in Normalanstellung. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen, um arbeitslose Menschen nachhaltig ins Erwerbsleben zu integrieren. Leistung muss sich lohnen – das ist ein Gebot der Fairness für alle Beteiligten“, so Handelssprecher Will.

Egal wie viel man überzahlt, in der Breite ist das aktuelle Lenkungsdefizit für die Fluktuation und den Personalmangel verantwortlich. Sinnvoll wären u.a. wirksamere Kontrollen und Sanktionen bei einem eventuellen Leistungsmissbrauch, weitere Qualifizierungsoffensiven sowie der gänzliche Entfall der Beitragspflicht zur Pensionsversicherung ab dem Regel-Pensionsalter, um auch hier stärkere Erwerbsanreize zu bieten.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
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