Februar-Inflation bei 11%. Konsumklima auf niedrigem Niveau stabil. Sinkende Sparquote bereitet Sorgen. Arbeitsmarktreform überfällig.

79% der Bevölkerung erwarten weitere Preissteigerungen in den kommenden 3 Monaten. Jede:r Fünfte kann sich nur noch lebensnotwendige Güter leisten.

m Februar lag die Inflationsrate in Österreich laut Schnellschätzung der Statistik Austria bei 11,0%. Die Teuerung kann zum größten Teil auf den Preisschub bei der Haushaltsenergie zurückgeführt werden. Ohne die seit Dezember wirksame Strompreisbremse wäre der Anstieg noch heftiger ausgefallen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Netzkosten werden voraussichtlich ab März greifen. Dennoch fürchten laut einer Konsumentenbefragung von Mindtake Research im Auftrag des Handelsverbandes (n=1.000) 79% der Österreicher:innen, dass das Preisniveau in den kommenden drei Monaten weiter ansteigen wird.

Dessen ungeachtet hat sich die Stimmung im Einzelhandel laut WIFO seit Oktober 2022 das vierte Mal in Folge verbessert. Spiegelbildlich ist auch der Indikator zum Konsumentenvertrauen im letzten Quartal kontinuierlich angestiegen, wobei er sich nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau befindet.

Gravierende Auswirkungen der Inflation auf das Konsumverhalten

  • 97% der Bevölkerung spüren die Auswirkungen der Teuerung auf den eigenen Haushalt.
  • 77% wollen größere Ausgaben und Investitionen verschieben.
  • 3/4 kaufen aufgrund der Inflation verstärkt günstige Lebensmittel.
  • 2/3 der Konsument:innen sehen die nächsten 12 Monate pessimistisch.
  • 25% haben Konsumschulden.
  • 18% können nicht mehr alle Schulden (Kredite) ordnungsgemäß bedienen.
  • 67% haben ihre Ausgaben in den letzten Wochen eingeschränkt.
  • 20% müssen sich auf den Kauf lebensnotwendiger Güter beschränken.


Sparquote könnte bis Ende 2023 auf 6,4% sinken

Steigende Lebenshaltungskosten und hohe Energiekosten dämpfen nicht nur die Konsumlaune der Verbraucher:innen erheblich. Dadurch verringert sich auch der finanzielle Spielraum zum Sparen. Die Sparquote der Bevölkerung ist von rund 14% im Jahr 2020 auf 7,3% rasant gefallen, bis Jahresende 2023 könnte sie sogar auf 6,4% sinken.

Hinzu kommt: Die Zinserhöhungen der EZB haben die monatlichen Tilgungsraten bei vielen privaten und gewerblichen Kreditnehmern massiv verteuert. Bei Krediten mit längerer Laufzeit werden also aufgrund der Leitzinserhöhung auch deutlich höhere monatliche Raten fällig. Nachdem weiterhin hohe Energiepreise an die Privathaushalte und an die Unternehmen weiterverrechnet werden, ist eine wahre Kostenlawine entstanden, die das finanzielle Fortkommen immer stärker einschränkt.

Rainer Will Handelsverband

„Die anhaltende Teuerung drückt weiterhin auf das Konsumklima, sie gefährdet auch den wirtschaftlichen Aufschwung und lässt viele Menschen auf ihre eisernen Ersparnisse zurückzugreifen. Die steigenden Kreditzinsen der Banken verschärfen die Lage zusätzlich, nachdem der Zinseszins zu hohen monatlichen Tilgungsraten führt. Bereits ein Viertel der Bevölkerung hat Konsumschulden, fast ein Fünftel kann Kredite nicht mehr ordnungsgemäß bedienen. Die Unternehmen leiden unter hohen Kostenbelastungen und ausstehenden Reformen für einen zeitgemäßen Arbeitsmarkt“, fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will die herausfordernde Lage zusammen. „Daher empfiehlt der Handelsverband einen großen Arbeitsmarkt-Reformdialog unter Einbezug aller betroffenen Gruppen, damit sich Leistung für die Menschen (wieder) lohnt, ein Aufschwung gemeinsam gelingen kann und der Sozialstaat generationengerecht abgesichert wird.“

Rückfragen & Kontakt:

Handelsverband
Mag. Gerald Kühberger MA
Pressesprecher
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Michaela Kröpfl, BA
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